Willkommen bei EMERGING PROUD

Fotos: Christoph Waskow

Das nächste Treffen am 2.8.2017

Das nächste Treffen findet am 2.8.2017 um 18.30 bei Frei-Raum in der Eisenacherstr. 43, 10823 Berlin in Schöneberg statt (www.frei-raum-berlin.de) und würden uns freuen, mit vielen von euch wieder spannende Gespräche zu führen. Es haben sich erste Arbeitsgruppen gebildet zu den Themen:
1.PR in der Psychiatrie: Teams bilden bestehend aus Profess. und Peers , Konzept schreiben, Workshops anbieten
2.Filmprojekt
3.Alternative Heilungsorte und Methoden: Ausgehend von Erfahrungen und etablierten Orten und Methoden hin zur prozesshaften Entwicklung von Neuem oder gering Erforschtem
->(Kooperation mit 6.)
4. Berufl. Reha Persönliche Zielsetzungen ausloten, Möglichkeiten finden, Austausch und Schlaumachen (SGB)
5. Allgemeiner Austausch, event. Selbsthilfegruppe, event. Krisenbegleitung
6.Kostenträger: Finanzierungsmöglichkeiten finden, Recherche zur Kosten-Nutzen-Bilanz von alternativen Heilorten , Krankenkassen gewinnen, politischer Aspekt ->(Kooperation mit 3.)
7.Organisation von EmergingProud Veranstaltungen
8. Crowdfunding, Stiftungen;
 
Wer dazu Interesse hat der schreibt uns einfach eine E-Mail an emergingproud.germany@gmail.com und wir werden dann die E-Mail an die Ansprechpartner der Gruppen weiterleiten.

Ergebnisse der Open Space Gruppen am 15.Mai. 2017 :

1. Welche alternativen Methoden brauchen wir? was brauchen Orte der Heilung?

- wir brauchen alternative Heil-Orte ohne Reizüberflutung, wo die Grundbedürfnisse befriedigt werden, wo man aufgefangen wird. Orte, wo das Gefühl von Sicherheit gestärkt wird, wo immer wieder kommuniziert wird, dass alles gut ist, und dass wir an diesen Krisen wachsen können.

- Nach Krisen sollte es Netzwerke geben, die sich weiter treffen und sich gegenseitig unterstützen.

- wir brauchen viele alternative Methoden: Qi Gong. Reiki. TCM (traditionelle Chinesische Medizin). Ayurvedische Medizin. Trauma Therapie. z.B. EMDR oder TRE. Holotrophes Atmen. Progressive Muskelentspannung. Homöopathie. Emotional release.

Kunst  und Tanz Therapie.

- Hometreatment sollte gefördert werden. Dabei sollten die Familien einbezogen unterstützt und ausgebildet werden.

- wir brauchen mehr soteria Stationen. Und mehr Stationen, die mind. 2 Wochen abwarten, bevor sie medikamente geben. Manchmal verschwinden psychotische Symptome nach 2 Wochen wieder von selber. Es ist sehr vorteilhaft, wenn ein Patient/in die Erfahrung machen kann, dass das nervensystem von selber runterfahren kann und Dinge von selber integrieren kann.

- alternative Heil-Orte brauchen u.a. speziell geschultes Personal, das vielleicht selber schon Krisen durchgestanden und integriert hat. Das Personal insg. sollte geschult sein in möglichst vielen alternativen Behandlungsformen. Dem Personal sollte klar sein, dass eine Krise da ist, um daran zu wachsen. Und sie brauchen natürlich Liebe, Verständnis und Einfühlungsvermögen.

- Traumatherapie ist höchstwahrscheinlich in fast jedem alternativen Heil-Ort notwendig, da fast alle Menschen mit Krisenerfahrung entweder durch die Erfahrung selber traumatisiert sind, oder durch die Reibung mit dem Umfeld und die Reaktionen des Umfelds.

Diese Spannungen müssen wieder aus dem System heraus, da sie sonst langfristig viele ungünstige Symptome produzieren, die teilweise schulmedizisch als “Krankheitssymptom” gedeutet werden können, obwohl es sich um PTBS handelt.

Was können wir als nächstes tun, um diese Ziele zu erreichen?

  1. alternative Orte der Heilung aufbauen
  2. alternative Orte der Heilung aufbauen
  3. alternative Orte der Heilung aufbauen

Diese Orte sollten und könnten finanziert werden als Modellversuche durch Krankenkassen, durch Fördergelder von staatlichen Institutionen, von einigen der spirituellen Stiftungen und durch Crowdfunding.

2. Spiritualität in Psychosen

- für die gesamte Gruppe war es ein sehr guter Austausch, da es in der Gesellschaft kaum noch Platz und Gelegenheiten für solchen Austausch gibt.

- Vielen der Gruppe schien es so, als ob es viele professionelle Helfer (besonders in der Psychiatrie) wenig nach Hintergründen, besonderen Erfahrungen und möglichen Traumatisierungen gefragt wird, sondern die Professionellen eher an der Erstellung einer Diagnose interessiert wären.

- Viele sagten, es gäbe einige verbindende Elemente in ihren Erfahrungen und es war für die meisten toll, zu sehen, dass man mit seinen Erfahrungen nicht allein ist. Darüberhinaus war es für einige wie eine spirituelle Erfahrung, Teil dieses Austauschs zu sein und Teil von Erfahrungen, die alle verbinden und über das “normale Menschsein”  hinausgehen.

- Für viele war es ganz klar, dass in den Erfahrungen etwas Höheres enthalten war, was vielleicht zum Positiven genutzt werden könnte, wenn denn die Erfahrungen integriert und im Nervensystem geerdet werden könnten.

- Die meisten der Gruppe waren sich einig darin, dass diese erfahrungen nicht einfach nur “krank” sind, sondern jeder ganz elementare archaische herausfordernde und krasse Erlebnisse gemacht hat, die sich in gewissen Elementen sogar ähneln. Diese Erfahrungen zu pathologisieren scheint Teil unserer Zeit mit der lebensfeindlichen, letztlich pathologischen Tendenz, ganz viele einfache menschliche Mechanismen und Erfahrungen zu pathologisieren.  

- die meisten waren sich einig, daß die Krisen und Erfahrungen besser und schneller integriert werden konnten/können, wenn Sie sich nicht in die Psychiatrie begeben haben, sondern von Freunden begleitet wurden. Wenn dieser Weg beschritten wurde, entstand bei allen eine tiefe Dankbarkeit für diese Möglichkeit.

- Alle würden es begrüßen, wenn sich auch für spirituelle Erfahrungen und “Psychosen” (niemand war sich 100 % sicher, ob es einen Unterschied gibt und wo dieser liegen könnte)  eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz entwickeln könnte, so wie es sich für Depressionen z.B. schon ein wenig entwickelt hat.

- durch den Austausch und die Neubewertung der Erfahrungen schien es für einige der Gruppe, daß die Erfahrungen besser und einfacher verstanden und integriert werden können. Und durch das langsame Verstehen der Chancen und Wachstumspotential der Krisen konnte einige leichter einen Sinn in ihren Krisen entdecken, als wenn die Erfahrungen pathologisiert werden.

- Fast alle konnten sehen, daß Ihre Krisen wirklich Chancen waren/sind und daß sie einen besseren und klareren Blick auf sich selbst, auf ihre Möglichkeiten und Grenzen bekommen haben.  

Was soll als nächstes geschehen, um Veränderungen einzuleiten?

- den Austausch in Gruppen weiter pflegen und ausbauen.

- neue Gruppen und Austauschmöglichkeiten schaffen in so vielen Städten wie möglich.

- Erfahrungsberichte veröffentlichen als Teil von “Aufklärung”, so dass die Öffentlichkeit vielleicht ein wenig der Angst vor dieser Art von Erfahrung verliert und sehen kann, dass es ganz “normale” menschliche Erfahrungen sind, die einige von uns “durchknallen” lassen und daß dies jeden treffen kann…..

3. Gruppe PR: welche PR brauchen wir? Was wollen wir in der nächsten Zeit tun im Bereich PR ?

- mehr Organisationen wie SEN, AITC Prag, caring net, freiraum aufbauen

- wir müssen für innovative Modellversuche kämpfen. Modellversuche z.B. bei den Krankenkassen über alternative Methoden. (vielleicht sehen sie, daß im Langzeitverlauf viel mehr Patienten in eine Aufwärtsspirale kommen und daß sehr viel Geld gespart werden kann, und vor allem viel Leid)

- wir brauchen viele weitere Projekte, Dokus und Artikel, um aufzuklären.

- regelmäßige Treffen für alle, die die neue Bewegung voranbringen wollen. Treffen, auf denen wir uns gegenseitig motivieren und inspirieren.

- auf z.B. betterplace Mittel für neue Projekte sammeln.

- regelmäßige Treffen in Berlin und einigen größeren Städten für alle Interessierte.

- Wir wollen versuchen, daß die, die wirklich von den Krisen profitiert haben, auf diversen Konferenzen Reden halten, um Ärzte und Angestellte im psychosozialen Bereich darüber aufzuklären, dass in vielen Krisen Chancen und Wachstumspotential enthalten sind.

- Aufklärung über -Krise als Chance- Krise als Transformation-spirituelle Krisen-psychische Krisen in möglichst vielen Medien und Zeitschriften.

- Aufklärung darüber, dass wir von der lebensfeindlichen Pathologisierungen vieler menschlicher Mechanismen wegkommen müssen. Weg von Defizit-Orientierung. Positive Psychologie. Die positiven Dinge stärken.

- Die Öffentlichkeit sollte verstehen, dass in uns allen “verrückte” Seiten lauern.

- wir brauchen viele PR wirksame Aktionen wie den mad pride walk in Köln oder emergingproud.

- Positivbeispiele wie in der Doku “EMERGINGPROUD” kommunizieren. Weitere ähnliche Dokus umsetzen.  

- netzwerken, informieren und aufklären in workshops in Kliniken und psychosozialen Unternehmen vielleicht durch ein Team von jeweils einem Erfahrenen (in psycho-spirituellen Krisen) und einem Psychologen, darüber, was “spirituelle Krisen” sind, was sie bedeuten und wie sie am besten behandelt werden könnten. Ein gutes Hilfsmittel dabei könnte das neue Fachbuch aus dem Schattauer Verlag “Spiritualität und spirituelle Krisen” sein.

- Fonds gründen aus dem einige Betroffene etwas Mittel für die alternative Behandlung zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür Stiftungen und alle, die bereits ähnliche Programme angehen wollen, aus dem Bereich Spiritualität und geistige Gesundheit an einen Tisch bekommen, so daß die Kraft gebündelt werden kann.

- Erfahrene könnten regelmäßig die Möglichkeit der Unterstützung/Austausch/Hilfe anbieten

- wir könnten versuchen, für ein neues Berufsbild zu kämpfen “Genesungsbegleitung für spirituelle Krisen”

- Dokumentationsfilme, Interviews, Youtube Kanäle, Offene Videokonferenz, Trialog, Webinare zur Aufklärung gründen/durchführen.